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ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 14. Januar 2005
Vorsitz: Claude Meier
Anwesend: 31 Mitglieder und Gäste
Entschuldigt: W. Sauter
Diverses:
Als Neumitglied wird Herr Urs Itin begrüsst. Er interessiert sich für Schmetterlinge. Als
Nachtrag zum Protokoll vom 121.11. begrüssen wir an dieser Stelle auch nochmals Frau Susanne Ruppen. Sie ist allgemein an Insekten interessiert.
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Mitteilungen und Demonstrationen
Gildo Bolli & Dani Bolt zeigen eine Tonbildschau über die letztjährige Exkursion
nach Jeizinen (VS) vom 25. bis 27. Juni. Nebst prächtigen Aufnahmen der Walliser Felsensteppe sehen wir u.a. auch Bilder von Wiesen-Waldameise (Formica pratensis), Spanischer
Fliege (Lytta vesicatoria), Rosenkäfer (Cetonia aurata), Pinselkäfer (Trichius), Scheinböcken (Oedemeridae), Idas-Bläuling (Lycaeides idas), Segelfalter (Iphiclides
podalirius), Eichenblatt-Radnetzspinne (Araneus ceropegius), Spinnenassel (Scutigera coleoptrata), Blutzikade (Cercopis), Junikäfer (Rhizotrogus) und der
Raupe eines Baumweisslings (Aporia crataegi).
Jakob Walter
weiss zunächst neues von der Röhrenspinne Eresus niger zu berichten, deren Männchen man wegen der 4 Punkte auf ihrem roten Hinterleib auch “Hosenknopfspinne“ nennen darf. Die
Weibchen sind indessen schwarz. Ein solches gelangte nun letzten Sommer in gelähmtem Zustand und am Hinterleib mit einem Ei belegt via Kollege zum Referenten. Bald schlüpfte aus dem Ei
eine madenartige Larve und begann, die Spinne von aussen anzufressen und auszusaugen. Schliesslich verpuppte sich die Larve und harrt nun der kommenden Saison. Wetten, dass dann eine
Wegwespe namens Eoferreola rhombica schlüpfen wird?
Ein nicht minder interessantes Thema ist die dramatische Verarmung der Vogel-, Reptil- und Kleinsäugerfauna auf der pazifischen Insel
Guam seit den 70er Jahren. Schuld daran ist offenbar die aus Australien eingeschleppte Braune Nachtbaumnatter (Boiga irregularis). Durch sie wurden insektenfressende Wirbeltiere
so stark reduziert, dass davon auch Spinnen profitieren konnten. Namentlich Verwandte unserer Wespenspinnen (Argiope) nahmen nicht nur zu, sondern haben auch aufgehört, in ihren
Netzen das typische weisse Zickzackband (Stabiliment) einzubauen. Es soll ja u.a. dazu dienen, Vögeln die Position des Netzes zu signalisieren, damit diese nicht versehentlich hindurch
fliegen. Vermutlich fiel nun für den Einbau von Stabilimenten der Selektionsdruck weg, nachdem auf Guam die Vögel praktisch verschwunden sind.
Heidi Günthard & Roland Mühlethaler informieren mit Hilfe von
Bildmaterial über exotische und südeuropäische Zikaden (Cicadina), die sich in den letzten Jahren bei uns akklimatisieren konnten. Aus Ostasien kam z.B. Orientus ishidae, aus
Nordamerika Metcalfa pruinosa. Während letztere in Obstbaumkulturen schädlich werden kann, befällt die aus Südeuropa stammende Eupteryx decemnotata kultivierte
Küchenkräuter. Aus dem Süden stammen auch Zygina lunaris und die auf Storchschnäbeln (Geranium) auftretende Hauptidia distinguenda.
Ernst Hartmeier präsentiert einen Videofilm über seine Zuchten von
Lindenschwärmer (Mimas tiliae), Grossem Nachtpfauenauge (Saturnia pyri), Trauermantel (Nymphalis antiopa), Admiral (Pyrameis atalanta), Weidenbohrer (Cossus
cossus), sowie diversen Exoten. Meist ging alles gut, doch manchmal schlüpften aus den Raupen auch Schlupfwespen (Ichneumonoidea).
Dann geniessen wir weitere Video-Sequenzen, die anlässlich der letzten Samstagsexkursion (14.8.) im Seebachtal (TG) entstanden. Dort
waren nebst Laubfrosch (Hyla arborea) auch Wespenspinne (Argiope bruennichi), Teichmuscheln (Anodonta), Grosse Goldschrecke (Chrysochraon dispar), Plattbauch
(Libellula depressa), Heidelibellen (Sympetrum), Schlanklibellen (Coenagrionidae) und Heckenweissling (Pieris napi) zu beobachten.
Peter Hättenschwiler
stellt aus einem Brandgebiet in Nordportugal die Sackträgermotte (Psychidae) Oiketicoides febretta vor. Bei dieser Art verpuppen sich die in Köchern aus trockenen
Pflanzenschnipseln steckenden Raupen entweder auf Stengeln, auf dem Boden oder eingegraben in der Erde. Nach einem Flurbrand überleben vor allem die eingegrabenen Puppen. Die jungen
Raupen finden danach statt des üblichen Baumaterials nur noch verkohltes. Dementsprechend angebrannt sehen dann ihre Köcher auch aus.
Ende der Sitzung: 2110
Uhr der Aktuar: Rainer Neumeyer
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