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ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 13. Januar 2006
Vorsitz:
Claude Meier
Anwesend: 29 Mitglieder und Gäste
Entschuldigt: Karin Loeffel
Mitteilung: Als neue Mitglieder begrüssen wir mit Applaus Peter Bringolf und Thomas Maag
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Mitteilungen und Demonstrationen
Dani Bolt blickt zurück auf die letztjährigen Exkursionen nach
Erlinsbach (AG, 13.8.2005) und ins Calandagebiet (GR, 25.-26.6.2005), indem er innert 20 Minuten ein veritables Feuerwerk von über 300 gestochen scharfen Dias veranstaltet. Dabei
bekommen wir nicht nur verschiedene Exkursionsteilnehmer(innen) und gelungene Landschaftsaufnahmen zu sehen, sondern auch Fotos von seltenen Arten wie etwa dem Schwarzen Apollo (Parnassius
mnemosyne). Des weiteren konnte in der Region erstmals auch der Hochmoorgelbling (Colias palaeno) festgestellt werden. Somit erhöht sich die Zahl der dort nachgewiesenen Tagfalter (incl.
Dickkopffalter) auf 107!
Hansruedi Wildermuth
berichtet von drei wahrhaft ungewöhnlichen Beobachtungen an Libellen in der Drumlin-Landschaft bei Wetzikon. So auch von jenem herbstlichen Tandemflug der Grossen Heidelibelle (Sympetrum
striolatum), bei dem sich das Weibchen als tot erweist, da es von der Gerandeten Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus), die auf ihr sitzt, ausgesogen wird. Als das Männchen nach einer
Flugpause wieder startet, trägt es bald nur noch den Kopf der Gemahlin mit sich. Dennoch versucht es, diesen irgendwie zur Eiablage zu animieren.
In einem vergammelten Netz
der Schilfradspinne (Larinioides cornutus) befindet sich ein verwesendes Pärchen der Gemeinen Smaragdlibelle (Cordulia aenea). Darauf haben sich einige Skorpionsfliegen (Panorpa
communis) eingefunden, um Aas zu fressen und sich zu paaren.
Ein Individuum der Raubfliege
Eutolmus rufibarbis erbeutet eine Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa) und landet damit auf einer Engelwurz (Angelica archangelica). Dort taucht aber unversehens ein Grünes Heupferd (Tettigonia
viridissima) auf, packt und frisst die überraschte Raubfliege, wenigstens solange bis sie ihm vom neugierigen Referenten wieder entrissen wird.
Ernst Hartmeier zeigt ein Video über seine Zuchten.
Nebst dem Braunen Eichenzipfelfalter (Satyrium ilicis) gibt es diverse exotische Schmetterlinge und Raupen zu sehen. Bilder von einigen Entwicklungsstadien der Totenkopfschabe (Blaberus
craniifer) runden den Beitrag ab.
Hans Thomas stellt kurz zwei
Bücher (For Love of Insects, Secret Weapons) von Thomas Eisner vor. Dann wenden wir uns einem im Freien rastenden Schwarm von Honigbienen zu. Dank den Forschungen von Tom Sealy erfahren
wir, dass die ältesten Arbeiterinnen die Umgebung nach potentiellen Nisthöhlen absuchen. Hat solch eine Spurbiene eine Höhle gefunden, landet sie auf der Schwarmtraube und vollführt
einen Schwänzeltanz, womit sie den Nestgenossinnen Richtung und Entfernung des Objektes mitteilt. Je besser eine Spurbiene die von ihr gefundene Höhle beurteilt, desto länger tanzt sie
und desto mehr Nestgenossin vermag sie dadurch zu überzeugen, selbst nachzuschauen. Schliesslich kristallisiert sich so eine der Höhlen als die beliebteste heraus, so dass nach einigen
Tagen der ganze Schwarm dorthin aufbricht.
Emil Stierli berichtet von einem
erfolgreichen Ansiedlungsprojekt, das er zusammen mit Eugen Pleisch und David Jutzeler zugunsten des Westlichen Scheckenfalters (Mellicta parthenoides) in Weiach (Fasnachtflue, Bifig)
realisierte. Dort trug man stellenweise Humus ab und förderte vor allem den Mittleren Wegerich (Plantago media). Dann erst brachte man gezüchtete Raupen aus. Ferner wurde das benachbarte
Waldstück (Stein) aufgelichtet, damit zugunsten des Russischen Bären (Euplagia quadripunctaria) Wasserdost (Eupatorium cannabinum) aufkommt.
Ernst Hartmeier hat noch ein
zweites Video auf Lager und zwar über Fundorte am Hüttwilersee, bei Filisur, Klosters, Schiers, Kilpen (BL), der Reinacher Heide und dem Val Roseg bei Pontresina. Wir begegnen einer
Fülle von Insekten und Orchideen, darunter auch der goldenen Variante des Frauenschuhs (Cypripedum calceolus).
Ende der Sitzung: 2140
Uhr der Aktuar: Rainer Neumeyer
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