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ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 27. Januar 2006
Vorsitz: Claude Meier
Anwesend: 60 Mitglieder und Gäste
Beitritte: Der Präsident kann die Beitritte von Victor Danilov (Käfer, Fliegen)
und Lukas Ruckstuhl (alle Ordnungen) bekannt geben.
Entschuldigt: D. Bolt, V. Lubini, R. Neumeyer, H. Vicentini
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Die Portokosten belasten unsere Rechnung! Wenn Sie einverstanden
sind, dass Ihre E-Mail-Adresse ins Mitgliederverzeichnis aufgenommen wird und Sie Einladungen und Protokolle künftig auf elektronischem Wege (und schneller!) erhalten, dann melden
Sie bitte Ihre Adresse unserer Sekretärin, Karin Loeffel,
loeffel@quadragmbh.ch
Andreas Scheidegger: Insektenparadies Pfäffikersee
Passend zur Jahreszeit begann der Vortrag im Winter. Auch in der reifbedeckten Landschaft findet der Kenner Insekten,
die in unterschiedlichen Stadien überwintern: Als Ei (Nieren-fleck), Raupe (Skabiosen-Scheckenfalter), Puppe (Schwalbenschwanz) oder Imago (Gelbrandkäfer). Auf dem Weg durchs Jahr
erzählte der Referent manch Wissenswertes über Arten, Lebensweisen und Lebensräume; Gewicht lag auf den Schmetterlingen, doch auch Käfer, Heuschrecken, Libellen, Spinnen und Pflanzen
wurden berücksichtigt und im Bild gezeigt. Überlegungen zu den Todesursachen von Insekten umfassten das Gefressenwerden, wobei die Vögel die Rolle des Bösen spielen, den Verkehr (mit dem
Auto als Hauptschuldigem, doch auch Fussgänger zertreten Raupen!) und das Ertrinken (der Zusammenbruch eines Blutbären-Bestandes fiel zusammen mit dem Hochwasser 1991). Und,
wahrscheinlich selten, kann ein Insekt auch an Altersschwäche sterben. In den meisten Fällen lassen sich der Rückgang oder gar das Verschwinden einer Art nicht auf eine einzige Ursache
zurückführen – zu kompliziert ist das Geflecht der Faktoren, welche die Bestandesgrösse beeinflussen.
Im zweiten Teil ging Andreas Scheidegger auf Massnahmen ein, die am Pfäffikersee bedrohten Arten helfen sollen:
Partielle Streumahd: Die Mahd ist zwar nötig, um die Pflanzengesellschaft zu erhalten, gleichzeitig ist sie eine
Katastrophe für die Bewohner einer Wiese. Einzelne ungemähte Flächen ermöglichen vielen Arten das Überleben; da sammeln sich Heuschrecken an, da können aber auch die Kokons der
Wespenspinne den Winter überdauern.
Pufferzonen: Sie sollen den Nährstoffeintrag in Ufer- und Naturschutzzonen vermindern. Sie dürfen nicht gedüngt,
aber beliebig oft gemäht werden, denn damit werden Nährstoffe abgeführt. Gleichzeitig dienen diese kurzgeschorenen Streifen als Flugkorridore und werden wegen der stärkeren Erwärmung des
Bodens von Heuschrecken und Leuchtkäfern geschätzt.
Gezielte Bekämpfung von Schilf: Andernorts macht man sich Sorgen über den Schilfrück-gang, in Riedwiesen am
Pfäffikersee besteht jedoch die Gefahr, dass das Schilf die Blüten-pflanzen verdrängt. Zwar ist auch Schilf Nahrung für einige und Lebensraum für viele Arten, doch sollen auch andere
Vegetationsformen ihren Platz haben. Die Umsetzung ist schwierig.
Entbuschen: Auch hier geht es ums Erhalten der konkurrenzschwächeren Riedwiesen. Gehölzstreifen und Totholz sind
zwar wertvoll, doch sind Eingriffe notwendig, um nicht ganze Riedwiesen vom Faulbaum überwuchern zu lassen.
Der Vortrag zeigte, wie ein reiches Angebot an Nischen und Lebensräumen einer hohen Artenzahl die Existenz ermöglicht.
Er zeigte aber auch, dass behutsame Eingriffe erforderlich sind, um das Nebeneinander von Lebensräumen und Arten zu gewährleisten – so wurde etwa die Zahl der Meisen-Nistkästen begrenzt,
um das zu fördern, was der Vortrag einfühlsam und verständlich zeigte: Das Insektenparadies Pfäffikersee.
Ende der Sitzung: 2110 Uhr. Für den Aktuar: Jakob Walter.
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