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ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 06. März 2009
Vorsitz: Claude Meier
Anwesend: 38 Mitglieder und Gäste
Entschuldigt: G. Bächli, Rosemarie Bernhard, Heidi Günthardt, M. Haab, Susi Hauser,
Elisabeth Heim, Ibolya Ringli, E. Stierli, Gerda Surber
Mitteilungen: Als neues Mitglied begrüssen wir Stefan Bisig (Wohlen, AG). Besonders empfehlen dürfen wir ferner die Website (www.pieris.ch/)
des Referenten Heiner Ziegler.
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Heiner Ziegler und Daniel Bolt: Schnappschussjagd auf den Kanarischen Inseln
Die vulkanisch geprägten Kanarischen Inseln gehören politisch zu Spanien,
liegen aber westlich von Südmarokko in den heissen und trockenen Rossbreiten des Atlantiks. Von den sieben Hauptinseln sind die zwei östlichen (Lanzarote, Fuerteventura) relativ flach
und besonders trocken. Auf den gebirgigeren fünf westlichen Inseln (Tenerife, Gran Canaria, La Palma, La Gomera, El Hierro) hingegen kann man in höheren Lagen sogar Reste von
Lorbeerwäldern finden, da sich dort der feuchte Nordostpassatwind abzuregnen vermag.
Die Referenten landen im Februar 2008 auf Tenerife, der grössten und artenreichsten (25 Tagfalter-Arten) Kanarischen Insel. Sie trägt mit
dem aktiven Vulkan Tejde (3718 m ü.M.) den höchsten Berg Spaniens. Da seine bewaldeten Hänge im Winter aber verschneit sind, halten sich die Referenten auf der Suche nach Schmetterlingen
zunächst an die Barrancos, kleine trocken liegende Bachläufe, die nicht jedes Jahr Wasser führen, die man aber in jeder Stadt vorfindet. Hier fliegen so vertraute Tagfalter wie Kleiner
Kohlweissling (Pieris rapae) und Distelfalter (Vanessa cardui) ebenso wie das (auch auf Gran Canaria, La Palme und La Gomera) endemische Kanaren-Waldbrettspiel (Pararge
xiphioides) oder der aus Nordamerika bekannte, aber auch auf den Kanaren heimische Monarch (Danaus plexippus). Ferner sehen wir auch den Bläuling Zizeeria knysna, den
Zünsler (Pyralidae) Spoladea recurvalis und den Spanner (Geometridae) Scopula minorata, nebst Raupen des Bärenspinners (Arctiidae) Canararctia rufescens und des
Kanarischen Admirals (Vanessa vulcanica).
Im Botanischen Garten von Puerto de la Cruz begegnen uns nebst Indischem Admiral (Vanessa indica) und Opuntienspinne (Cyrtophora
citricola) auch die ersten Westkanaren-Eidechsen (Gallotia galloti) und ein Kanarenzilpzalp (Phylloscopus canariensis).
Auf der Suche nach dem Kanaren-Zitronenfalter (Gonepteryx cleobule) gelangen wir auch in den Lorbeerwald des Anaga-Gebirges, wo
wir den Köcher des Echten Sackträgers (Psychidae) Luffia rebeli finden und auch die ersten Kanaren-Geckos (Tarentola delalandii) sehen.
Auf Gran Canaria (22 Tagfalter-Arten), wo der Wind im Landesinneren den Faltern oft die Fluglust verleidet, gelingen die ersten
Beobachtungen im Süden. Nebst alten Bekannten aus Tenerife zeigen sich hier auch Resedafalter (Pontia daplidice), Pelargonien-Bläuling (Cacyreus marshalli) und der
Eulenfalter (Noctuidae) Cornutiplusia circumflexa. Bei den Dünen von Maspalomas fliegen der Grosse Wanderbläuling (Lampides boeticus) und der Harlekinbär (Utetheisa
pulchella). Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas), Wandergelbling (Colias crocea) und der Eulenfalter Ophiusa tirhaca sind ebenfalls vorhanden, während auf einer
von Kreuzblütlern und Lilien bewachsenen Fläche die Raupen des Linienschwärmers (Hyles livornica) in Massen auftreten.
Auch auf Fuerteventura (14 Tagfalter-Arten) ist es windig, überdies sandig wie in der Sahara. Die ohnehin spärliche Vegetation wird zudem
noch von Schafen und Ziegen bedrängt. Begrüsst werden wir allerdings von Ostkanareneidechsen (Gallotia atlantica). An wenigen Stellen nur, vor allem aber in der Gegend der
zentralen alten Hauptstadt Betancuria, fliegen Kanaren-Wolfsmilchschwärmer (Hyles tithymali), der Spanner Microloxia schmitzi und die seltene kanarische Unterart (celina)
des bei uns häufigen Hauhechelbläulings (Polyommatus icarus). Ein Lichtfang nahe der Küste erbringt den Zünsler Endotricha rogenhoferi. Tagsüber finden sich trotz des
Windes die Weisslinge Elphinstonia charlonia und Euchloe hesperidum. Zu erwähnen wäre noch der Wickler (Tortricidae) Clepsis canariensis und der Eulenfalter
Agrotis trux, bevor wir uns auch von den munteren, aus Marokko eingeschleppten Atlashörnchen (Atlantoxerus getulus) verabschieden.
Ende der Sitzung: 2105 Uhr der Aktuar: Rainer Neumeyer
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