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ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 3. Dezember 2010
Vorsitz: Gerhard Bächli
Anwesend: 72 Mitglieder und Gäste
Entschuldigt: 15 Mitglieder
Mitteilung: Ab sofort ist beim Kassier ein von Christine
Dobler Gross geschaffenes Set (à 8 Stück) von Jubiläumsschreibkarten erhältlich. Sie zeigen auch Insekt und Spinne des Jahres 2011, nämlich Grosse Kerbameise (Formica exsecta) und
Gemeine Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica).
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EGZ: 100 Jahre Entomologische
Gesellschaft Zürich
Ein dem Jubiläumsanlass würdiger Apéro,
gestiftet von Hansueli Tinner und angerichtet von drei Generationen der Familie Hättenschwiler/Parpan, eröffnet einen Abend der besonderen Art. Nicht die Insekten stehen heute im
Mittelpunkt, sondern die wegen ihnen nun schon seit 100 Jahren bestehende Gesellschaft.
Gerhard Bächli ruft in seiner präsidialen Ansprache die wichtigsten gesellschaftshistorischen Daten in
Erinnerung, angefangen mit der konstituierenden Sitzung vom 26.10.1911, an der 18 Gründungsmitglieder teilnahmen. Damals hiessen wir noch "Entomologia Zürich mit Umgebung". 14 Jahre
später (1925) trat mit C. Schaeffer die erste Frau bei, im selben Jahr als wir 234 Teilnehmer zum von uns organisierten 3. Internationalen Kongress für Entomologie begrüssten. 1933
feierten wir dann mit einer Ausstellung in der Zentralbibliothek 75 Jahre SEG, lange bevor 1951 unser 100. Mitglied in der Person von Theo Wildbolz beitrat. 13 Jahre später (1964) schlug
das letzte Stündchen der alten Entomologia Zürich, indem sie sich den noch heute gültigen Namen (EGZ) gab. Das neue Zeitalter konnte aber erst 1999 als solches richtig gefeiert werden,
als wir nämlich unsere erste Präsidentin Verena Lubini wählten. Es begannen nun wahrlich goldene Zeiten, die übrigens noch immer andauern! Hier nur einige Beispiele: 2000, Heidi
Günthardt wird erstes weibliches Ehrenmitglied; 2004, Heini Vicentini startet unsere Homepage; 2007, Heinz Pulfer wird 200. Mitglied; 2008, Werner Hauenstein lanciert die lang ersehnte
Zeitschrift "Entomo Helvetica", 2011, 100 Jahre EGZ!
Der Präsident verteilt das noch provisorische Jubiläumsjahresprogramm, dessen Daten man sicher bald auch in unserer
Homepage finden kann. Vorzumerken gilt es ohnehin die Vernissage der Ausstellung "Faszination Insekten" unseres Mitgliedes Werner Bohren im Zoologischen Museum am 11.3.2011. Sie ist
gleichzeitig auch Startschuss zur SEG-Jahresversammlung, die durchzuführen wir in unserem Jubiläumsjahr die Ehre haben. Am 20.5.2011 beteiligen wir uns an den "Nah-Reisen" unseres
Mitglieds Stefan Ineichen, der es sich nicht nehmen lassen wird, einige Folgen der Filmserie "Green Porno" (www.sundancechannel.com/greenporno) von Isabella Rossellini (Tochter von
Ingrid Bergmann) zu zeigen. Wer Fellini mag und Englisch mit italienischem Akzent süss findet, wird auch Green Porno mögen. Unsere Festschrift stellen wir am 25.9.2011 vor, wobei es auch
was zu essen geben wird und erst noch gratis.
Der Kassier übergibt nun das Wort unserem Ehrenmitglied Albi Krebs, der in bestgelaunt aus heroischen Zeiten
plaudert, als er mit Egon Knapp Stechmücken (Culicidae) fotografieren ging. Einer (Albi) musste als Mückenköder den Arm hinhalten, der andere (Egon) durfte knipsen. Erst später bemerkten
die beiden, dass die Kamera den Film gar nicht transportiert hatte und damit für ausgleichende Gerechtigkeit sorgte. Beim zweiten Versuch musste nämlich Egon den Arm hinhalten. In einer
weiteren Anekdote geht es um Sauerbraten und Pommes frites, die 1972 bei Grono (GR) über weggespülte Zelte hinwegtrösten mussten. Die dritte Anekdote weiss von einem gewissen "Güegemanji"
zu berichten, das im Pfynwald (VS) – ehe es sich versah – zuviel "gegügelt" hatte.
Für den Rest des Abends stürzen sich Werner Hauenstein und Jakob Walter in Kostüme von Anno dazumal. Während Jakob
mit Sonnenhut auftritt, könnte man Werner glatt mit Gimli aus "Herr der Ringe" verwechseln, wäre da nicht die altväterische Brille. So aber wird er zu Wernher von Hauenstein. Mit einem
antiken Projektor von 1920 zeigt er wortreich ein Schwarz-Weiss-Foto aus alten EGZ-Zeiten nach dem anderen, ab und zu kurz unterbrochen von Jakob Walter, der feierlich historische Texte
aus der EGZ-Gründerzeit vorliest. In so einer Feststimmung muss es auch mal erlaubt sein, munter darüber zu spekulieren, weshalb unsere Gesellschaft ausgerechnet 1911 gegründet wurde.
Wernher v. H. sieht jedenfalls klimatische Parallelen zum Wärmejahr 2003 und folgert daraus, dass auch 1911 ähnlich viele Schmetterlinge unterwegs gewesen sein könnten wie 2003. Diese
wiederum hätten die Begeisterung der Pioniere angefacht und sie angestachelt, eine Gesellschaft zu gründen. Während wir über die ebenso kühnen wie augenzwinkernden Thesen nachdenken,
erblicken wir in einem der uralten Fotos von einer Exkursion in die Schwantenau (SZ) unseren verkleideten Kassier! Wie ist so was möglich? Ganz einfach: Es ist gar nicht WvH, sondern
unser historisches Mitglied Alfred Nägeli. Andere Fotos künden von einer Exkursion an den Gattiker Weiher (Thalwil, ZH), wo 1926 Leute wie Culatti, Weber und Kaufmann nicht nur eine
Waldsitzung, sondern mit 2 Lampen auch einen Lichtfang erfolgreich zustande brachten. Die Heimreise im Gefährt, das wir heute Oldtimer nennen, dauerte dann über zwei Stunden.
Mit einem Dank an Andreas Müller, der aus dem ETH-Archiv die Bilder besorgt hatte, endet auch dieser Abend.
Allerdings nicht ganz, denn viele von uns treffen sich danach noch zum traditionellen Umtrunk in Jimmy's Pizzeria.
Ende der Sitzung: 2115 Uhr der Aktuar: Rainer Neumeyer
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