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ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 12. November 2010
Vorsitz: Gerhard Bächli
Anwesend: 41 Mitglieder und Gäste
Entschuldigt: 7 Mitglieder
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Heidi & Urs Jost: Weihrauch und Wüstenzauber – Naturkundliche
Beobachtungen im Sultanat Oman
Zusammen mit weiteren 14 Enthusiasten, vor allem Ornithologen, bereist
unser Referentenpaar vom 6. – 20.2.2010 den Nordosten des Sultanats Oman. Gleich zu Beginn wird ein Wüstenregenpfeifer (Charadrius leschenaultii) gesichtet und prompt erwischt man
einen der wenigen Regentage im Jahr. Dieser bringt diverse Knospen zum Blühen, an denen sich auch ein Purpurnektarvogel (Cinnyris asiaticus) einfindet. Ferner fliegen
Schmetterlinge wie Westlicher Resedafalter (Pontia daplidice) und Punktbär (Utetheisa pulchella), aber wo bleiben die Bienen? Eindrucksvoll hingegen die Vielfalt an
Skorpionen. Im Laufe der von bunten Bildern und klingenden Namen nur so strotzenden Reise werden uns mässig giftige Arten (Nebo omanensis, Scorpio maurus) mit kräftigen
Scheren (Pedipalpen) und dünnen Schwänzen ebenso begegnen wie hochgiftige (Hottentotta jayakari, Buthacus arenicola) mit schwächlichen Scheren, aber wuchtigen Schwänzen.
Zunächst sind aber diverse
Marktbummel im Bereich der Hauptstadt Muskat angesagt, ferner auch ein Abstecher in die Kehrichtdeponie bei Al Almerat. Dort sind stets aasfressende Greifvögel zu sehen, diesmal
Kaiseradler (Aquila heliaca) und Schmutzgeier (Neophron percnopterus). Bei der nahen Kläranlage beobachten die einen
Feuerlibelle (Crocothemis erythraea), Rotlappenkiebitz (Vanellus indicus) und Küstenreiher (Egretta gularis),
während es den Referenten in einen Schlangenpark mit Sandrasselottern (Echis omanensis, E. carinatus), Arabischer Hornviper (Cerastes gasperettii)
und Arabischer Katzennatter (Telescopus dhara) zieht.
Wir verlassen den Hauptstadtbereich und fahren via
Qurayat der Küste entlang nach Sur, der östlichsten Stadt der arabischen Halbinsel, stets begleitet von volkstümlichen, halbtonreichen Klängen und kehligen Gesängen. Am Weg liegt das
Wadi (= temporär austrocknender Flusslauf) Tiwi mit Bläulingen (Myrina silenus, Tarucus rosaceus, Freyeria trochylus) und exotischen Libellen wie Violettem Sonnenzeiger (Trithemis
annulata). Zwischendurch immer wieder einheimische Gesichter, malerische Gebäude, in Sur auch traditionelle Schiffswerften.
Nun drehen wir westwärts ins Landesinnere ab, um
auf der Südwestseite des Küstengebirges Hajar ash Sharqi allmählich wieder zum Ausgangspunkt (Muskat) zurück zu kehren. Bis dahin werden wir aber noch diverse Steppen, Sand- und
Steinwüsten sowie Oasen besuchen und in Nomadenzelten übernachten. Nebst einigen Tagfaltern (Hypolimnas misippus, Azanus jesous) und einer unerwarteten (für den Oman bislang gar
unbekannten?) Maulwurfsgrille (Gryllotalpa) bleiben uns vor allem Echsen (Sauria) in Erinnerung. An Gebäuden finden wir Halbfingergeckos (Hemidactylus persicus, H. robustus, H.
flaviviridis), auf Felsen und in Steppen Arabische Taggeckos (Pristurus carteri, P. rupestris, P. minimus), Sinai-Agame (Pseudotrapelus sinaitus), in der
Wahiba-Sandwüste Arabische Krötenkopfagame (Phrynocephalus arabicus), Östlicher Sandfisch (Scincus mitranus) und Fransenfinger (Acanthodactylus blanfordi, A. schmidti).
Im alljährlich zumindest Pfützen aufweisenden Wadi
Bani Khalid sehen wir laichende Arabische Kröten (Bufo arabicus) und einige Libellen (Paragomphus sinaiticus, Trithemis kirbyi).
Von der früheren Hauptstadt Nizwa aus stossen wir
ins Gebirge vor und besuchen die Sayq Hochebene (1800 m) sowie die Bergoase Misfah. Hier erwarten uns so exklusive Echsen wie Omaneidechse (Omanosaura jayakari), Bronzeskink (Mabuya
tessellata) und eine weitere Art (Pristurus celerrimus) der Arabischen Taggeckos. Zudem erhaschen wir auch einen Blick auf geheimnisvolle Felsgravuren, die aus der
frühbronzezeitlichen Magan-Kultur stammen könnten.
Das Schlussfeuerwerk erleben wir in der Bathina-Ebene in der Oase Hatt und dem Wadi
Abiyad mit Schmetterlingen (Coeliades anchises, Colotis liagere, C. phisadia, Papilio demoleus), Vögeln (Smaragdspint, Glanzkrähe, Stelzenläufer), Südlichem Dünnfingergecko (Stenodactylus
leptocosymbotes), Geflecktem Walzenskink (Chalcides ocellatus) und Forskals Sandrennatter (Psammophis
schokari).
Ende der Sitzung: 2100 Uhr der Aktuar: Rainer Neumeyer
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