Entomologische Gesellschaft Zürich 
gegründet 1911
Mitglied der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft

                         

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Vortragsprotokolle der EGZ

EGZ: Mitteilungen und Demonstrationen

 

 

ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 21. Januar 2011
Vorsitz:           Gerhard Bächli
Anwesend:      43 Mitglieder und Gäste
Entschuldigt:   13 Mitglieder

 

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Mitglieder EGZ: Mitteilungen und Demonstrationen

Markus Haab erzählt im Auftrag von Emil Stierli die Erfolgsgeschichte vom Naturschutzgebiet Blutzwis-Fröschen südwestlich von Kindhausen (ZH, Volketswil). Es handelt sich um eine reichhaltige Landschaft mit Kiesgrube, Amphibientümpeln, Waldrändern, Fromental- und Magerwiesen. Es fliegen Falter wie Beilfleck-Widderchen (Zygaena loti), Grosses Ochsenauge (Maniola jurtina), Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus), Rotrandbär (Diacrisia sannio), Senfweissling (Leptidea sinapis) und Zwerg-Bläuling (Cupido minimus). Ferner blühen neben der seltenen Borstigen Glockenblume (Campanula cervicaria) auch Orchideen wie Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) und Weisse Sumpfwurz (Epipactis palustris).

Martha Buschor präsentiert selbst gemalte Bilder der Folterpflanze (Araujia sericifera), ein aus Südamerika stammendes, lianenartiges Schwalbenwurzgewächs (Asclepiadoideae), das bei uns als Balkonpflanze zum Einsatz kommt. Die Pollinien (Pollenbeutel) ihrer Blüten haften an angelockten Insekten, die sie dann heraus reissen und auf eine andere Blüte übertragen sollen. Kein Problem für kräftige Stechimmen (Hummeln, Dolchwespen, Honigbiene), wohl aber für manchen zarten Falter (z.B. Gammaeule), der an der Blüte hängen bleibt und verendet.

Thomas Kissling & Verena Lubini berichten von der letztjährigen EGZ-Auslandsexkursion (2010) an den Tagliamento (I, Friaul). Aus verschiedenen Biotopen (Schotterbänke, Schwemmguthaufen, Trockenauen, Karstsee, Wälder) gibt es interessante Tiere zu bewundern wie Südlicher Blaupfeil (Orthetrum brunneum), Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia), Fledermausschwärmer (Hyles vespertilio), Europäische Wanderheuschrecke (Locusta migratoria), Veränderlicher Widderbock (Chlorophorus varius), Haarige Holzameise (Camponotus vagus), Kreuz-Filzbiene (Epeolus cruciger), Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes), Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), sowie die tief in Sedimenten lebenden Larven der Steinfliege Leuctra major.

Ernst Hartmeier zeigt seinen traditionellen Videofilm, diesmal über Wandelnde Blätter (Phasmatodea: Phylliidae) in verschiedenen Stadien, Farben und Stellungen. Zu sehen ist auch eine exotische Glucke (Lasiocampidae), nebst Raupen vom Schwalbenschwanz (Papilio machaon).

Hans Thomas erwähnt zunächst einen belustigenden Artikel, wonach die ausgerückte Feuerwehr an den Grossmünster-Türmen statt der gemeldeten Rauchwolke lediglich einen Mückenschwarm bei der Gipfelbalz (Hilltopping) feststellt. Dann sehen wir in einem Film, wie sich die auch nach Europa eingeschleppte Argentinische Ameise (Linepithema humile) von elektrostatischen Ladungen in Computern anlocken lässt. Wird ein Nest überflutet, bilden die Koloniemitglieder aus ihren Leibern ein Floss, bis dieses das rettende Ufer erreicht. Die Art kann übrigens nicht stechen und ist deshalb nicht zu verwechseln mit der berüchtigten Roten Feuerameise (Solenopsis invicta).

Beat Wermelinger weist darauf hin, dass ¼ der Waldorganismen mit Totholz zu tun haben. Betroffen sind auch 1400 Käferarten, von denen man 900 auf Eichen, aber nur 200 auf Fichten findet. Dann erleben wir ein veritables Trommelfeuer von 100 hochqualitativen Bildern in einer Kadenz von 10/min. In Erinnerung bleiben diverse Prachtkäfer (Buprestidae), Bockkäfer (Cerambycidae), Pilze, Hornissen-Glasflügler (Sesia apiformis), Buntkäfer (Cleridae), Schröter (Lucanidae), Schwebfliegen (Syrphidae), Rotdeckenkäfer (Lycidae), Holzbiene (Xylocopa), Kammschnake (Ctenophora), Stinkfliege (Coenomyiidae) und Riesenschlupfwespe (Dolichomitus imperator).

Stefan Ungricht stellt die neue Bild-Datenbank (https://www.e-pics.ethz.ch/) der ETH-Bibliothek vor, welche 19'000 Bilder von Pflanzen und Tieren enthält, davon allein 16'413 von unserem Ehrenmitglied Albi Krebs aufgenommen. Wie wir online sehen, klappt es aber namentlich ausserhalb der Bürozeiten noch nicht mit dem Herunterladen. Wer im übrigen hochauflösende Versionen für nichtkommerzielle Zwecke möchte, kann sich bei unserem Bibliothekar Andreas Müller (andreas.mueller@ipw.agrl.ethz.ch) melden. Die Bild-Serien von Albi Krebs dokumentieren von einigen Habitaten übrigens auch langjährige ökologische Entwicklungen.

 

  Ende der Sitzung: 2120 Uhr                             der Aktuar: Rainer Neumeyer

 

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