Entomologische Gesellschaft Zürich 
gegründet 1911
Mitglied der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft

                         

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Vortragsprotokolle der EGZ

EGZ: Mitteilungen und Demonstrationen

 

 

ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 21. Oktober 2011
Vorsitz:           Gerhard Bächli
Anwesend:      37 Mitglieder und Gäste

Mitteilung:       Der Präsident heisst 30 neue Mitglieder willkommen! Sofern anwesend werden sie mit Applaus begrüsst.

 

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Mitglieder EGZ: Mitteilungen und Demonstrationen

 

Ernst Hartmeier zeigt seinen traditionellen Videofilm, diesmal unter anderem über den Isabellaspinner (Graellsia isabellae), der im Simplongebiet (VS) vorkommt und dessen Raupen Föhrennadeln fressen. Zu bewundern ist auch eine Glucke (Lasiocampidae) aus Vietnam. Impressionen vom Alpinum Schatzalp (www.schatzalp.ch/p.cfm?s=13&lan=1&pf=1), in welchem rund 700 Pflanzenarten blühen, runden den Beitrag ab.

Hansruedi Wildermuth stellt sein Heuschreckeninventar der 46 disjunkten (nicht aneinander stossenden) kleinen Schutzgebiete (total 15 ha) von Rüti (ZH) vor. In 40 von 46 Objekten fand er insgesamt 28 Arten, pro Objekt aber im Durchschnitt 4.5 und maximal 19. Erfreulich häufig geworden sind in den Flachmooren Lauchschrecke (Mecostethus parapleurus), Sumpfgrashüpfer (Chorthippus montanus) und Sumpfschrecke (Stethophyma grossum). Schiefkopfschrecke (Ruspolia nitidula) und Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata) kommen an mehreren Stellen vor und gelten als Überraschungsfunde. Relativ häufig sind an sonnigen Waldrändern sowie in Flachmooren und Kiesgruben auch Waldgrille (Nemobius sylvestris) bzw. Sumpfgrille (Pteronemobius heydenii). Von der Feldgrille (Gryllus campestris) hingegen existieren nebst mehreren kleinen Populationen nur noch zwei grössere. Selten beobachtet wurden ferner Laubholz-Sägeschrecke (Barbitistes serricauda), Punktierte Zartschrecke (Leptophyes punctatissima) und beide Goldschrecken (Chrysochraon dispar, Euthystira brachyptera). Der Warzenbeisser (Decticus verrucivorus) ist sogar verschollen. Als beste Biotope erwiesen sich feuchte und trockene Magerwiesen. Zufrieden sein kann man mit der Pflege der Feuchtwiesen (1 Mahd pro/Jahr), zumal jährlich alternierend immer Teilflächen ungemäht bleiben. Gesucht wird dagegen noch immer die für Heuschrecken ideale Pflegeweise von kleinflächigen trockenen Heuschreckenwiesen.

Gerhard Bächli präsentiert ein Kapitel aus einer DVD über die Grosse Stubenfliege (Musca domestica). Wie wir erfahren, vermutet man ihre Herkunft in den Savannen Ostafrikas, wo sie sich vielleicht schon um tränende Säugeraugen und Raubtierrisse herumtrieb, als Urmenschen gerade zu jagen begannen. Als einige deren Nachfahren dann von Afrika nach Eurasien wechselten – sagen wir mal als Homo sapiens vor 100'000 Jahren – folgte ihnen die Stubenfliege. Dann profitierte sie auch von der Vorratshaltung, spätestens als der Mensch die Landwirtschaft erfand (frühestens vor 12'000 Jahren). Nach Grossbritannien soll die Stubenfliege – so die aus der offenbar britischen DVD hervorgehende Botschaft – trotzdem erst 43 n. Chr. mit römischen Legionären gekommen sein. Wie auch immer, die Art scheint sich bis heute nicht an unser Klima angepasst zu haben, denn der Referent konnte ausserhalb von Häusern und Gehöften bei uns zwar oft die nahe verwandte Stallfliege (Musca autumnalis) finden, bis jetzt aber nie die Stubenfliege.

Stefan Kohl berichtet von seiner spätsommerlichen Libellenexkursion nach Gran Canaria. Auf einer bewässerten Palmterrasse direkt am Meer bei Playa del Inglés fand er den Rahmstreif-Blaupfeil (Orthetrum chrysostigma) sowie im Brachland die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea), daneben auch Grüne Strandschrecke (Aiolopus thalassinus), Kanarische Ödlandschrecke (Oedipoda canariensis), Europäische Nasenschrecke (Truxalis nasuta) und die Kegelkopfschrecke Pyrgomorpha conica. Bei grösseren Stauseen flog die Sahara-Pechlibelle (Ischnura saharensis), bei kleineren Wasserspeichern die Madeira-Heidelibelle (Sympetrum nigrifemur) und bei den seltenen Tümpeln der Rotader-Sonnenzeiger (Trithemis arteriosa). Insgesamt waren 7 der 9 bekannten Gross- und eine Kleinlibelle zu sehen.

Werner Hauenstein zeigt Bilder von unserer 100-Jahr-Feier am Schluefweg (Kloten). Die entsprechende DVD vom beauftragten Fotografen ist beim Kassier für 20.- Fr. ebenso zu haben wie das neue Buch (Wildbienen; Die anderen Bienen) von Paul Westrich (2011) für 25.- Fr.

 

  Ende der Sitzung: ca. 2100 Uhr                             der Aktuar: Rainer Neumeyer

 

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