Entomologische Gesellschaft Zürich 
gegründet 1911
Mitglied der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft

                         

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Vortragsprotokolle der EGZ

Hansruedi Wildermuth:   Entomologische Fotosouvenirs aus dem Süden Thailands

 

 

ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 4. November 2011
Vorsitz:           Gerhard Bächli
Anwesend:      62 Mitglieder und Gäste

Mitteilung:      Als neues Mitglied begrüssen wir Holger Martz (Konstanz, D) mit Applaus! Die EGZ-Auslandsexkursion in die Algarve (Portugal) findet statt.

 

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Hansruedi Wildermuth: Entomologische Fotosouvenirs aus dem Süden Thailands

 

In der thailändischen Provinz Krabi, also auf der Malayischen Halbinsel verbrachte der Referent zwei Wochen in einem Ferienhaus, das unweit der Westküste (Indischer Ozean: Andamanensee) von einer traditionell bewirtschafteten Plantage mit Ölpalmen (Elaeis guineensis) und Gummibäumen (Hevea brasiliensis) umgeben ist. Zu Fuss erreichbar sind nebst Fischteich und Bach auch Sekundär- und Primärwaldstücke sowie eine Elefantenstation.

Zunächst aber verweilen wir im Hausgarten, wo an einem Pfauenstrauch (Cesalpinia pulcherrima) das längliche Nest einer tropischen Feldwespe (Polistinae: Ropalidia) hängt. Über dem Gartenteich fliegen Segellibellen (Libellulidae: Cratilla lineata, Trithemis aurora) und Schlanklibellen (Coenagrionidae: Ceriagrion cerinorubellum, Agriocnemis rubescens), während an dessen Rand der Weissbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax) sein Schaumnest so platzierte, dass die daraus schlüpfenden Kaulquappen automatisch ins Wasser fallen werden. Auf dem Weg ins Haus, in welchem der Asiatische Hausgecko (Hemidactylus frenatus) mit seinen nächtlichen Rufen (www.youtube.com/watch?v=7zl0ofR8UBA) die ganze Familie verzückt, begegnen wir dem Bockkäfer Chlorophorus annularis, sowie der Schwarznarbenkröte (Duttaphrynus melanostictus).

In der Plantage, wo sich die Agame namens Indische Schönechse (Calotes versicolor) herumtreibt, scheuchen wir eine Kegelkopfschrecke (Pyrgomorphidae: Atractomorpha lata) auf und sehen Edelfalter wie den Kleinen Monarch (Danaus chrysippus). Es fliegen auch Dickkopffalter (Hesperiidae: Ampittia dioscorides) und Bläulinge (Lycaeniidae: Loxura). Am Boden fallen uns Trichter von Ameisenlöwen (Myrmeleontidae) auf, die keineswegs im Regenschatten liegen. Auf den Bäumen faszinieren Gottesanbeterinnen (Mantidae) und vor allem die Asiatische Weberameise (Oecophylla smaragdina), bei der aber lokal nur die Königin smaragdgrün ist. Die rotbraunen Arbeiterinnen verweben Baumblätter zu Nestern, wobei sie als Weberschiffchen (oder Klebepistolen) ihre Spinnfäden produzierenden Larven (also Schwestern) verwenden.

Wir begeben uns nun in eine felsige Landschaft, die ein Sumpfgebiet mit Fischteich, Kannenpflanzen (Nepenthes) und Rotohrfröschen (Hylarana erythraea) umgibt. Die Fülle von Segellibellen (u.a. Brachythemis contaminata, Lathrecista asiatica, Rhyothemis phyllis, Orthetrum sabina) ist überwältigend, zumal auch die riesige, sepiafarbene Camacinia gigantea nicht fehlt. An den Flügeln einer der übrigens sehr ähnlichen, aber kleineren Neurothemis fulvia sehen wir zwei festgesaugte ektoparasitische Gnitzen (Diptera: Ceratopogonidae), wohl aus der Gattung Forcipomyia. Anwesend ist ferner eine Teichjungfer (Lestidae: Lestes praemorsus) und am offenen Wasser des Teiches sogar eine Flussjungfer (Gomphidae: Ictinogomphus decoratus). Insgesamt beobachtete der Referent im Laufe der 2 Wochen von allen 310 Libellenarten Thailands deren 44.

Vom Waldreservat aus kann man die der Küste vorgelagerten, formschönen Inseln bewundern, die man schon aus Filmen (z.B. James Bond: The Man with the Golden Gun) kennt. Aus der Nähe bekommen wir dann einen der selten gewordenen Baumriesen zu Gesicht, nebst einem Bengalwaran (Varanus bengalensis) und einer ursprünglich gebliebenen Haushuhnrasse, die vom wilden Bankivahuhn (Gallus gallus) noch kaum zu unterscheiden ist. Am Elefantenmist finden sich Spanner (Geometridae: Dysphania militaris) und Edelfalter (Nymphalidae: Tanaecia japis) zusammen mit dem Dickkopffalter Bibasis jaina ein. Wir freuen uns auch über die kleine Kröte Ansonia malayana und schmunzeln über das winzige Männchen, das ein riesiges Seidenspinnen-Weibchen (Nephilidae: Nephila pilipes) umwirbt.

An einem sandufrigen Regenwaldbach geht die Libellenpost nochmals ab, ausser mit Segellibellen (Zygonix iris) und Prachtlibellen (Neurobasis chinensis) diesmal sogar mit Familien, die man bei uns gar nicht kennt: Chlorocyphidae (Heliocypha perforata), Megapodagrionidae (Rhinagrion mima), Euphaeidae (Euphaea ochracea). Anwesend sind auch der Sandlaufkäfer (Cicindelidae) Cicindela aurulenta und der prächtige Ritterfalter (Papilionidae) Graphium sarpedon.

 

  Ende der Sitzung: 2045 Uhr                             der Aktuar: Rainer Neumeyer

 

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