Entomologische Gesellschaft Zürich

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Vortragsprotokolle der EGZ

Markus Haab (Verein Schmetterlingsförderung im Kanton ZH):  Mehr Lebensraum für Falter !

 

 

 

ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 14. Dezember 2007

Vorsitz:           Claude Meier

Anwesend:      86 Mitglieder und Gäste

Entschuldigt:   Rosemary Bernhard, E. Bolli, U. Kloter, Karin Löffel, W. Morf, H. Schoch, H. Thomas

Mitteilungen:   Als neue Mitglieder begrüssen wir Isabelle Minder, Gerda Surber sowie den heute vortragenden Verein (Kollektivmitglied), der übrigens aufs Referentenhonorar verzichtet, wie immer trotz tapferer Gegenwehr von Präsident und Kassier.

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Markus Haab (Verein Schmetterlingsförderung im Kt. ZH): Mehr Lebensraum für Falter!

 

Nach einem prächtig mundenden, von der vierköpfig anwesenden Familie Hättenschwiler festlich angerichteten und unserem Revisor Edmond Manhart gespendeten Apéro stellen zunächst Präsident (EGZ), Referent (Markus Haab) und Coreferentin (Simone Bossart) nacheinander den neuen Verein (Schmetterlingsförderung im Kanton ZH) vor.

Dieser wurde am 10.12.2006 von Mitgliedern des legendären "Schmetterlingsforum Zürich" gegründet, dem wir u.a. auch das wegweisende kantonale Tagfalterinventar der 90er Jahre verdanken. Man erhofft sich dank der rechtlichen Vereinsstruktur (Präsident, Vorstand, Geschäftsstelle, Expertengruppe) mehr Mittel von Sponsoren, welche diese so auch leichter von den Steuern abziehen können. Ansonsten bleibt das primäre Ziel wie schon beim Schmetterlingsforum die Koordination und Umsetzung von konkreten Schutz- und Förderprojekten für Tagfalter im Kanton Zürich. Von solchen Projekten laufen im Kanton gegenwärtig mindestens sieben, eines im Oberland (Volketswil: Homberg), sechs im Unterland (Rheinau: Oberboden; Eglisau: Chüehalden, Gentner; Glattfelden: Schwendlirain, Zweidlen-Hard; Weiach: Fasnachtflue-Bifig-Stein). Geleitet werden sie von insgesamt drei Verantwortlichen, nämlich Simone Bossart (SB), Hansruedi Schudel (HS) sowie unserem Ehrenmitglied Emil Stierli (ES). Zwei dieser Projektleiter sitzen auch im Vorstand (SB, ES), in der Expertengruppe (SB) oder in der Geschäftsstelle (SB). Der dritte Projektleiter (HS) hat die aktivste Entscheidungsträgerin (SB) in seinem Ökobüro angestellt. Man sieht, das Ganze ist ein familiäres, ineinander (auch mit der EGZ) komplex verzahntes, sorgfältig austariertes Netzwerk, wenn auch mit leichten strategischen Vorteilen für den einen Projektleiter (HS). Trotzdem bleibt der für den kantonalen Schmetterlingsschutz äusserst wichtige Verein ausdrücklich offen auch für externe Expert(inn)en, die ein neues Projekt lancieren und leiten möchten. Sie können ein solches jederzeit bei der Geschäftsstelle eingeben. Es würde dann zunächst von der Expertengruppe begutachtet, bevor Vorstand und Präsident (Markus Haab) entscheiden.

Die Coreferentin betont auch die enge Zusammenarbeit mit der Fachstelle Naturschutz (Kt. ZH), welche eine Liste von acht prioritär zu fördernden Tagfalterarten vorgibt: Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia), Heilziest-Dickkopffalter (Carcharodus flocciferus), Grosser Heufalter (Coenonympha tullia), Skabiosen-Scheckenfalter (Eurodryas aurinia), Gelbringfalter (Lopinga achine), Blauauge (Minois dryas), Idasbläuling (Plebeius idas) und Eichenzipfelfalter (Satyrium ilicis). Es werden aber auch andere Arten gefördert, wie die erfolgreiche Wiederansiedlung des Perlgrasfalters (Coenonympha arcania) im Gentner (Eglisau) zeigt.

Als weiterer Coreferent berichtet Emil Stierli aus seiner langjährigen, seit 1986 währenden Praxis als Gestalter von Lebensräumen für Tagfalter. Dabei arbeitet er stets eng mit der kant. Fachstelle sowie lokalen Landwirten zusammen, die jeweils auch mit schwerem Arbeitsgerät aushelfen können, sei es um Humus abzutragen oder zu roden. Oft wird danach Rohboden direkt begrünt, wobei auf die Herkunft des Saatgutes ebenso geachtet wird wie auf diejenige von allenfalls auszusetzenden Raupen. Als Züchter leistet hiezu unser Mitglied David Jutzeler unschätzbare Dienste. Gewisse, in der Nachbarschaft bereits vorhandene Tagfalterarten fliegen nach gezielten strukturellen und botanischen Aufwertungsmassnahmen mitunter auch von selbst her, so wie offenbar der in der Kiesgrube Oberboden (Rheinau) kürzlich neu entdeckte Malven-Dickkopffalter (Carcharodus alceae). Abschliessend wird darauf hingewiesen, dass fachkundige Förderungsmassnahmen für Tagfalter automatisch auch einer ganzen Palette anderer Tiergruppen nützen.

 

Ende der Sitzung: 2115 Uhr                             der Aktuar: Rainer Neumeyer

 

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