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ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 25. Januar 2008
Vorsitz: Claude Meier
Anwesend: 56 Mitglieder und Gäste
Entschuldigt: H Cigler, E. Hartmeier, Karin Loeffel,
T. Stettler, H. Vicentini
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Volker Mauss: Hummeln - Flotte Bienen mit schickem Pelz
Die Gattung der Hummeln (Bombus) gehört innerhalb der Familie der Bienen (Apidae) zur Unterfamilie der Echten Bienen (Apinae). Die
ältesten fossilen Funde von Hummeln stammen aus dem Eozän (Tertiär) vor 50-60 Mio Jahren. Heute unterscheidet man rund 250 Arten, die sich ausser über Südamerika und Südostasien vor
allem über die Nordhalbkugel verbreiten, wobei sich hohe Gebirge wie die Alpen als Diversitätszentren erweisen.
Hummeln bilden Staaten, die aber im Gegensatz zu denjenigen von Honigbiene (Apis mellifera) und Ameisen (Formicidae) einjährig
sind und somit spätestens vor Wintereinbruch jeweils eingehen. Nur die jungen Königinnen überleben und überwintern einzeln in Erdlöchern. Nach der Winterruhe, die je nach Art spätestens
im Mai endet, sucht die junge Königin einen geeigneten Nistplatz. Dieser kann eine Baumhöhle oder ein Estrich sein wie bei der Baumhummel (Bombus hypnorum), sich unter der
Krautschicht befinden wie bei der Ackerhummel (B. pascuorum) oder auch unter dem Boden in Mausgängen liegen wie bei Erdhummeln (B. lucorum, B. terrestris).
Bei manchen Arten formt die Königin im neu gegründeten Nest als erstes einen wächsernen Topf, um Nektar zu speichern. Dann wird daneben
Pollen angehäuft, mit bis zu 8 Eiern belegt und mit Wachs überzogen. So eine Brutzelle kann von der Königin beheizt werden, indem sie ihre Flugmuskulatur im Leerlauf vibrieren lässt oder
Stoffwechselwärme auf andere Art (durch spezielle Glykolyse) erzeugt. Nach 3 bis 4 Tagen schlüpfen die Larven, nach weiteren 8 Tagen verpuppen sie sich und 10 Tage später schlüpfen die
ersten Arbeiterinnen. Diese nehmen der Königin nun zunehmend jedwede Arbeit ab, ausser Eier legen. Bis zum Herbst (bei einigen Arten auch Hochsommer) schlüpfen nur Arbeiterinnen, erst in
der Endphase eines Nestes Männchen und junge Königinnen. Die Männchen verlassen das Nest und patroullieren in individuell ausgewählten Kreisbahnen, immer in der Hoffnung auf eine
paarungsbereite junge Königin zu stossen.
Anders als bei Solitärbienen werden die Brutzellen von den Arbeiterinnen immer wieder geöffnet, um Pollen nachzuschieben. Dabei wird
dieser von einigen Arten ("pocketmaker") frisch ab Sammelhöschen (und somit nicht vorverdaut) in Fütterungstaschen an der Basis von Brutzellen gestopft. Diese Arten speichern keinen
Pollen und sind deshalb schwierig zu halten. Andere Arten ("pollenstorer") speichern Pollen in alten Puppenhüllen und verfüttern ihn von da via Kropf (und somit vorverdaut) an die
Larven, indem sie deren Brutzellen von oben öffnen.
Während es sich bei pollenspeichernden Hummeln meistens um Arten mit kurzem Rüssel (B. pratorum) handelt, haben taschenbauende
Hummeln in der Regel mittellange (B. ruderarius) oder lange Rüssel (B. hortorum). Fast alle Hummelarten sind entsprechend ihrer langen Flugzeit polylektisch, sammeln also
Pollen bei den verschiedensten Pflanzenfamilien. Einzig die langrüsselige Eisenhuthummel (B. gerstaeckeri) sammelt nur an Eisenhut (Aconitum). Sie gründet ihre Nester an
Berghängen in mittlerer Höhe. Von dort fliegt sie ab Ende Mai zuerst Richtung Talboden zu den Eisenhutblüten. Sind diese verblüht, beginnen andere in höheren Lagen zu blühen. So folgen
die Hummeln dem blühenden Eisenhut im Laufe der Vegetationsperiode hangaufwärts.
Schmarotzerhummeln (Psithyrus) gründen keine Nester, sondern versklaven sozialparasitisch solche von Hummeln (Bombus),
indem sie jeweils die Nestkönigin töten und selber Eier legen. Die daraus schlüpfenden Larven werden von den verwaisten, artfremden Arbeiterinnen tatsächlich betreut. Schmarotzerhummeln
übernehmen aber nicht wahllos Hummelnester, sondern artspezifisch ausgewählte. So parasitiert z.B. die Felsen-Kuckuckshummel (Psithyrus rupestris) vor allem die ähnlich aussehende
Steinhummel (B. lapidarius). Der zu Hochform auflaufende, mit beeindruckendem Bildmaterial aufwartende Referent plädiert dafür, Psithyrus aus taxonomischen Gründen nur noch
als Untergattung von Bombus aufzufassen.
Ende der Sitzung: ca. 2110 Uhr der Aktuar: Rainer Neumeyer
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