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ENTOMOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZÜRICH, Sitzung vom 9. März 2007
Vorsitz: Claude Meier
Anwesend: 35 Mitglieder und Gäste
Entschuldigt: Rosemary Bernhard, W. Bohren, D. Bolt, M. Burri, H. Cigler, W. Ettmüller, Traute Fliedner,
Martina Funk, M. Geiser, Sonja Hauenstein, Sonja Kägi, Annelies Kloter, S. Kohl, Karin Loeffel, R. Mezger, H. Vicentini, H. Wildermuth
Mitteilungen: Als neues Mitglied begrüssen wir Jakob Bärfuss (Gossau) mit Applaus!
Die Samstagsexkursion (Immenberg, TG) wird am 4.8.2007 durchgeführt
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EGZ - Mitteilungen und Demonstrationen 2007
Peter Peisl staunt über genetische Steuerungsmechanismen von Zeichnungsmustern, die
sich von einem vorderen Schmetterlingsflügel zum hinteren fortsetzen. Verglichen wird auch das Geäder von linken und rechten Libellenflügeln. Kleinere Abweichungen kommen im neutralen
(d.h. weder nützlichen noch schädlichen) Rahmen ebenso vor, wie bei symmetrischen Blüten.
Gildo Bolli zeigt zu Beethoven-Klängen gestochen scharfe Aufnahmen
aus der Riedmatt bei Rümlang, einer renaturierten Auenlandschaft um Altläufe der Glatt. Wir begleiten die Vegetation im Wechsel der Jahreszeiten und bewundern auf diversen Blüten
verschiedenste Insekten wie Bienen, Schmetterlinge, Wanzen, Libellen (u.a. Gemeine Keiljungfer Gomphus vulgatissimus), Käfer, Knotenameisen (Myrmica), Fliegen, Wespen,
Heuschrecken und sogar eine Spinne.
David Jutzeler berichtet von seinen Zuchten mit kanarischen
Waldportiers (Hipparchia). Auf jeder der 5 westlichen Inseln (Tenerife, Gran Canaria, Gomera, Hierro, La Palma) kommt eine Art vor. Ist es auf allen Inseln dieselbe oder hat jede
Insel ihre eigene Art? Dank eingehenden, auch fotografisch dokumentierten Vergleichen von Eiern, Raupen, Puppen und Faltern kam der Referent zu der wohlbegründeten Ansicht, dass es 5
Arten sind: Hipparchia wysii (Tenerife), H. tamadabae (Gran Canaria), H. gomera (Gomera), H. bacchus (La Palma), H. tilosi (Hierro).
Markus Haab stellt die reichhaltige Falterfauna rund um die
Hängela Hütte (http://www.sac-albis.ch/)
im Valsertal auf 1800 m Höhe vor. In einer farbenfrohen Kaskade von Nahaufnahmen sehen wir u.a. Apollo, Baumweissling, Bergweissling, Hochmoorgelbling, viele verschiedene
Perlmutterfalter und auf 2700 m Höhe auch einen Gletscherbär (Grammia quenseli).
Vreni Lubini erläutert zuerst ein zweiteiliges Verfahren zur
ökologischen Bewertung von Quellfluren nach Strukturen sowie nach vorkommenden Arten. Das "goldige Tor" auf dem Flughafengelände lernen wir als Beispiel einer natürlichen Quellflur
kennen. Die Referentin (lubini@smile.ch)
sucht übrigens im Kt. Zürich nach weiteren ungefassten Quellfluren.
Neues erfahren wir auch rund um die Arbeit an den Roten Listen von Wasserinsekten und Mollusken. So ist es kürzlich gelungen, der
Köcherfliege Drusus muelleri Larven zuzuordnen (http://www.intjlim.ups-tlse.fr/pdffiles/graf.pdf).
Ernst Hartmeier spielt uns Videoaufnahmen seiner verschiedenen
Zuchten vor. Dabei sehen wir eine bunte Mischung von einheimischen und exotischen Faltern sowie Raupen. Besonders in Erinnerung bleiben die schlüpfenden Totenkopfschwärmer (Acherontia
atropos), wie sie ihren Enddarm scheinbar gezielt auf die filmende Kamera entleeren.
Hans Thomas weist auf die Ausdauer einer asiatischen Riesenhornisse
(Vespa mandarina) hin, die pro Tag bis zu 100 km weit zu fliegen vermag. Dabei ernähren sich die Arbeiterinnen praktisch nur von den aminosäurenreichen Ausscheidungen ihrer
Larven. Kein Wunder dass auch Marathonläuferinnen wie Naoko Takahashi (Olympiasiegerin 2000) gerne von dieser Substanz naschen, die im Handel als "VAAM" erhältlich ist.
Was der Läuferin recht ist, ist dem Schopfwespenbussard (Pernis ptilorhynchus) billig. Aber wie findet er die dünn gesäten
Riesenhornissennester? Sensationellerweise legt er für Riesenhornissen Fleischköder aus und folgt dann den eintragenden Arbeiterinnen zum Nest!
Ende der Sitzung: 2145 Uhr der Aktuar:
Rainer Neumeyer, aktuar.egz@insekten-egz.ch
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