Parasitoide Wespen haben ein Imageproblem – klein, unscheinbar und mit komplizierten Namen wie „Klemmbauchwespe“ laufen sie meist unter dem Radar. Dabei sind sie nicht nur extrem effektiv darin, anderen Insekten das Leben schwer zu machen. Sondern sie sind auch...

Die Holzwespen-Schlupfwespe ist ein bis zu 35 mm großes Insekt mit einem dunklen Körper, weißen Tupfen, langen Fühlern und rot-schwarzen Beinen. Sie ist nicht nur optisch auffällig, sondern spielt auch eine besondere ökologische Rolle: Ihr Nachwuchs ernährt sich von Holzwespenlarven und hilft so, deren Bestand zu regulieren.
Das Weibchen besitzt einen langen Legebohrer, mit dem es Eier auf tief im Holz verborgene Holzwespenlarven ablegt. Dabei findet es die befallenen Bäume durch den Geruch holzabbauender Pilze. Die Larve der Schlupfwespe entwickelt sich als Ektoparasit, ernährt sich zunächst von den Körperflüssigkeiten des Wirts und frisst ihn schließlich ganz auf. Nach etwa fünf Wochen spinnt sie einen Kokon und überwintert darin. Die adulten Wespen fliegen im Sommer und ernähren sich von Honigtau oder Kiefernnadel-Saft.
Mit über 23.000 Arten sind Schlupfwespen eine der artenreichsten Hautflügler-Familien und tragen durch ihre parasitoide Lebensweise zur natürlichen Regulierung von Insektenpopulationen bei. Die Holzwespen-Schlupfwespe ist in der Nordhemisphäre verbreitet und wurde zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Südamerika, Neuseeland und Australien angesiedelt. Als „Insekt des Jahres 2025“ zeigt sie, wie kleine Lebewesen große ökologische Effekte haben können – sie unterstützt die Forstwirtschaft, reduziert den Einsatz chemischer Mittel und fördert langfristig die Biodiversität.
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie: https://www.dgaae.de/de/insekt-des-jahres.html